Nordfriesland
Nordfriesische Inseln vor der Sturmflut bis 16. Januar 1362
Die große Manndränke 1362
überflutete und vernichtete große Teile dieser Landschaft. 50 000 Menschen ertranken in
den Frieslanden. Der größte Teil der Edomsharde mit dem sagenumwobenen Rungholt wurde in
dieser grausigen Flut vernichtet. Übrig blieben Altnordstrand und die nördlichen
Geestinseln. Trotz anstrengender und aufopfernder Arbeiten an den Deichen gelangen dem
blanken Hans immer wieder Einbrüche in diese Landschaft. Es waren die Dörfer Iiigrov,
Brunock und Stintebüll, die immer wieder vom Meer bedroht wurden. Nach Fertigstellung des
Werkes von Illgrov, so nannte man den neuen Deich, fühlte man sich ganz sicher hinter der
neuen Wehr, und der Deichgraf soll auf dem neuen Deich laut ausgerufen haben: »Nun Trotz
blanke Hans!«

So sah das Rungholt-Gebiet in der Zeit von ca. 1150 bis 1362 aus.
Die nachgezeichneten Umrisse zeigen Pellworm, Nordstrand
und das jetzige Festland. Zwischen Pellworm und Nordstrand finden Sie das untergegangene
Rungholt. Nachfolgende Karte zeigt Rungholt etwas deutlicher.
RUNGHOLT
Das Rungholt-Gebiet in der Zeit von ca. 1150 bis 1362
Heut bin ich
über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor fünfhundert Jahren,
Noch schlagen die Wellen da wild und empört,
Wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers schütterte, stöhnte,
Aus dem Wasser rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, Blanke Hans.
Aus dem Gedicht "Trutz, Blanke Hans" von Detlev von Liliencron (1882)
Am 16. Januar 1362 ging das gesamte Gebiet mit Mensch und Vieh unter. Im Raume zwischen den heutigen Inseln Pellworm und Nordstrand sind durch die Fluten des 14. Jahrhunderts etwa 7 Kirchspiele verloren gegangen.

ALT-NORDSTRAND
Alt-Nordstrand in der Zeit von 1362 bis 1634.
"Wasser dringt überall hin, es rührt ans Vergangene und bereitet das Künftige vor." Loren Eisel
Jedoch am 11. 10. 1634 vernichtete eine gewaltige Sturmflut den ganzen Strand. 21 Kirchdörfer wurden vernichtet. Es blieben nur kleine Teile, z. B. die Kirche von Odenbüll. Auch kleine Teile der Pellworm-Harde blieben erhalten, sowie die Turmruine bei der Alten Kirche. In der Flut von 1634 sind 6123 Menschen umgekommen. Die verbliebenen Einwohner fristeten ihr Dasein auf mit Torf und Erde aufgeworfenen Hügeln, »Warften« genannt. 20 Jahre lang lebten die Strandiger als Halligbauern, waren aber in ihrer Bedrängnis und Armut nicht fähig, ihr Land wieder zu bedeichen. Auch alle Aufforderungen des Herzogs halfen nichts.|
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Im Jahre 1654 begann man mit der Eindeichung des Friedrich-Kooges, dem heutigen Alten Koog. Schon im Jahre 1658 hatte man das östlich davon gelegene Land dem Meere entrissen und eingedeicht. Man nannte ihn den Osterkoog. Im Osterkoog wurde das Herrenhaus gebaut, Oratorium genannt. Hier hielten die Hauptpartizipanten ihre Beratungen. In diesem Haus war auch eine Kapelle, in dem die römisch-katholische Bevölkerung ihre Andachten hielt. 1661 begann man mit dem Bau der Theresien-Kirche.
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Die zweite große Sturmflut am
11. Oktober 1634 wurde so beschrieben:
"Im Westen und Süden zogen finstere Wolkenmassen am Himmel herauf,
obgleich der Wind noch ruhte. Es war die Totenstille, die oft dem Sturm vorhergeht. Es
regnete, hagelte, donnerte und blitzte an diesem Neumondtag im Oktober. Der Wind, aus
Südwesten kommend, drehte in der Nacht nach Nordwest.
Gegen 18 Uhr setzte die Flut ein und schon vor 21 Uhr
ging das Wasser über die Deiche. Die Nacht war
besonders dunkel. Einige glaubten, ein Erdbeben miterleben zu müssen. Nach einer kleinen
Stunde, um 22 Uhr war alles vorbei."
Da waren fast 6 200 Menschen und 50 000 Stück Vieh ertrunken, Deiche an 44
Stellen durchbrochen, 30 Mühlen und mehr als 1300 Häuser zerstört.
NORDSTRAND
Nach den zwei großen Sturmfluten um 1866
Beim jetzigen Ort England war das Entwässerungssiel und zugleich ein Hafen. Von diesem Hafen, später Engländer Hafen genannt, ging der ganze Seeverkehr zum Festland. Nach der Überlieferung kamen auch englische Schiffe und brachten Steinkohle und nahmen fette Ochsen mit retour. Rechts oben sehen Sie die Pohnshallig (heute der Pohnshalligkoog). Nach der Eindeichung wurde von Nordstrand nach Pohnshallig ein Erddamm gebaut, um die Strömung abzuhalten. Im Jahre 1905 - 06 wurde dann ein Steindamm nach dem Festland gebaut. Durch Intensivierung der Landgewinnung, wie Lahnungen, Buhnenbau und stetiges Grüppeln war es im Jahre 1921 möglich, mit den Arbeiten für einen neuen Koog zu beginnen. Diese Eindeichung wurde durch die Inflation sehr in die Länge gezogen. Am 30.10.1921 wurde die neue Schleuse, die den Namen »Lithschleuse« bekam, eingeweiht.
Die Glocken der alten Lith-Kirche, die 1634 von der Flut zerstört wurde, hängen heute noch in der Kirche von Ullerup. Sie wurden im Jahre 1640 von 4 Personen und 8 Pferden für 48 Taler von Husum nach dort transportiert. Der neue Koog erhielt den Namen Pohnshallig-Koog. Die Fertigstellung des Fahrdammes nach Wobbenbüll im Jahre 1935 brachte der Insel große 'Vorteile und hat den Anwuchs für einen neuen Koog sehr gefördert.NORDSTRAND heute
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Bei Wattwanderungen
kann man noch Zeit-Dokumente des untergegangenen Landes finden.
Demnächst auch hier im Restaurant als Buch erhältlich....
Dank an:
Fiete Pingel vom
Nordfriisk Instituut
(Bredstedt)
Roland Tedsen